Neue Pressemitteilung: Anti-Atom-Netz Trier gedenkt der Katastrophe: 2 Jahre Fukushima – wann Cattenom?

By | 04/03/2013

Anti-Atom-Netz Trier gedenkt der Katastrophe: 2 Jahre Fukushima – wann Cattenom?

Das Anti-Atom-Netz Trier ruft für Montag, den 11. März ab 18 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Kornmarkt unter dem Motto: „2 Jahre Fukushima – wann Cattenom?“ auf. Das Programm eröffnet Markus Pflüger vom Anti-Atom-Netz Trier. Anschließend hält der japanische Anti-Atom-Aktivist Keisuke Mori aus Okinawa zusammen mit Richard Pestemer, Japan-Spezialist und Ortsbürgermeister von Neunkirchen (Hochwald), eine japanisch-deutsche Rede über die aktuelle Situation. Zum Abschluss spricht Elisabeth Quaré von MAUS e. V. – Messen für aktiven Umweltschutz – zum Thema AKW Cattenom. Zwischen den Reden tritt Reinhard Hallwachs mit Liedern zum Thema Atomkraft auf. Direkt nach der Kundgebung ist ein Demonstrationszug durch die Innenstadt vorgesehen.

Das Anti-Atom-Netz ruft zum Gedenken auf, denn die Atomkatastrophe von Fukushima dauert an. Immer noch müssen täglich Millionen Liter Meerwasser in den havarierten Block hineingepumpt werden, um die Brennstäbe zu kühlen. Der dadurch aufgeweichte Boden droht den Reaktor versinken oder kippen zu lassen. Mehr noch als unter dem ohnehin erhöhten Krebs-Risiko in der Region leiden die Menschen aber unter psychischen Krankheiten. Die Angst vor der unsichtbaren Strahlungs-Gefahr, der sie Tag für Tag ausgesetzt sind, macht sie krank. Unterdessen soll weniger als 50 km von Trier entfernt ausgerechnet das störanfällige Atomkraftwerk Cattenom, das im europäischen Stresstest als eines der schlechtesten Atomkraftwerke Europas abgeschnitten hat, nach dem Willen seines Direktors noch mindestens 30 Jahre weiter laufen.

Elisabeth Quaré von MAUS – Messen für aktiven Umweltschutz – erklärt: „Dieser Schrottmeiler stellt eine Gefahr für über eine Million Menschen in unserer Grenzregion dar. Damit muss endlich Schluss sein! Wir brauchen keine Atomenergie – wir haben Sonne, Wind und Wasser! Doch in Deutschland sabotiert die Bundesregierung aktiv die Energiewende, u.a. indem sie unnötig viele Unternehmen von der EEG-Umlage befreit.“ Die an der Strombörse durch Erneuerbare Energien sinkenden Preise würden von den Konzernen nicht an ihre Kunden weitergegeben, erläutert Elisabeth Quaré. Statt sich auf Großkonzerne zu verlassen, um Atomausstieg und Klimaschutz voran zu bringen, soll nach Meinung des Anti-Atom-Netzes die dezentrale Energiewende in Bürgerhand vorangetrieben werden. Genossenschaften und Kommunen sowie Bürger und Landwirte hätten den Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion bereits auf 25 Prozent steigen lassen.

Markus Pflüger vom Anti-Atom-Netz Trier berichtet im Zusammenhang mit Cattenom vom Bau eines atomaren Endlagers in Frankreich: „In Bure, nur ca. 170 km von Trier entfernt, werden von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet Fakten geschaffen und ein Atom-Endlager gebaut. Laut Plänen der französischen Regierung soll dort der französische hochradioaktive Atommüll vergraben werden.“ Damit werde nach Überzeugung der Atomkraftgegner der Weiterbetrieb der französischen Atomkraftwerke und insbesondere von Cattenom für unbestimmte Zeit gesichert.

Gemeinsam mit dem Anti-Atom-Netz Trier rufen zahlreiche Unterstützer zur Demo am 11. März auf: Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier, AStA der Karl-Marx-Universität Trier, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Trier, NaturFreunde Quint e.V., NABU Region Trier, Pax Christi im Bistum Trier, BI Cattenom Non Merci, Lokale Agenda 21 Trier e.V., Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland Kreisgruppe Trier-Saarburg sowie die Parteien DIE LINKE Trier-Saarburg, Piratenpartei Trier/Trier-Saarburg, SPD Trier, Bündnis 90/Die Grünen, Stadtverband Trier und die Trierer Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Als weitere Aktionen zum Jahrestag der Katastrophe in Fukushima wird am Samstag, dem 9. März eine internationale Menschenkette in Paris gebildet (www.chainehumaine.org/Aufruf). Es sind noch Plätze im Bus frei, der um 6 Uhr morgens ab Trier Hauptbahnhof fährt (Informationen und Anmeldung: http://antiatomnetz.blog.de/2013/02/11/bustransfer-ab-trier-menschenkette-paris-verfuegbar-15523772). Weiterhin zeigt das Broadway Trier in Kooperation mit dem Anti-Atom-Netz Trier am Dienstag, dem 12. März um 19:30 Uhr sowie am Sonntag, dem 17. März um 16:45 Uhr den Film „Friedlich in die Katastrophe“ des atomkritischen Autors Holger Strohm.

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