Gedenken an Fukushima-Atomkatastrophe – AKWs abschalten

By | 19/03/2018
OB Leibe im Interview mit Markus Pflüger

OB Leibe im Interview mit Markus Pflüger

Am Montag, 12. März trotzten zwischen 40 und 60 Teilnehmer Regen und kaltem Wind und gedachten auf dem Trierer Kornmarkt der Menschen, die in Japan unter den Auswirkungen der Atomkatastrophe leiden.

Das Anti-Atomnetz Trier und Greenpeace Trier hatten die Veranstaltung organisiert unter dem Motto „Atomanlagen stilllegen – kein Endlager im französischen Bure“, musikalisch wurde sie vom Sänger Andreas Sittmann begleitet.

Yoko Kawasaki

Yoko Kawasaki

Hauptrednerin war die japanische Umweltjournalistin Yoko Kawasaki, die sich mit ihrer Organisation für eine atomkraftfreie Welt einsetzt. Sie wies in ihrer Rede auf die Menschenrechtsverletzungen der japanischen Regierung hin, die die evakuierten Bürger zur Rückkehr in die verseuchten Dörfer und Städte nötigt. Sie sollen eine radioaktive Jahresdosis hinnehmen, die 20 Mal so hoch ist, wie vor dem Unfall. Das sei höher als im Kontrollbereich des zerstörten AKW, wo Schutzkleidung vorgeschrieben und Essen und Trinken verboten ist. „Könnten Sie sich vorstellen, dass zahlreiche Kinder und schwangere Frauen im Kontrollbereich des AKW leben?“, fragte Yoko Kawasaki.

Roger Spautz

Roger Spautz

Redner Roger Spautz von Greenpeace Luxemburg wies auf die zahllosen Pannen seit Inbetriebnahme des AKW Cattenom und die zunehmenden Gefahren mit längerer Betriebsdauer hin. Er forderte die Stilllegung des AKW Cattenom. Auch Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe schloss sich im Interview mit Markus Pflüger vom Anti-Atom-Netz Trier dieser Forderung an und kündigte für April an, die Erfolgsaussichten einer Klage gegen den Weiterbetrieb bekannt zu geben. OB Leibe forderte die Kundgebungs-Teilnehmer ausdrücklich dazu auf, den „Druck von der Straße“ gegen den gefährlichen AKW Betrieb zu verstärken.

Elisabeth Quaré im Interview mit Markus Pflüger

Elisabeth Quaré im Interview mit Markus Pflüger

Elisabeth Quaré von der MAUS e.V. Trier machte deutlich, dass die deutschen AKWs genauso wenig sicher wie das AKW Cattenom sind. Weil sie außerdem für die deutsche Stromproduktion überflüssig sind und sogar die Stromleitungen verstopfen und dafür sorgen, dass massenhaft Windstrom besonders in Norddeutschland abgeregelt – das heißt ungenutzt weggeworfen wird, forderte Elisabeth Quaré, den Atomausstieg in Deutschland zu beschleunigen. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember 2016 gibt der neuen Bundesregierung dazu die nötige Handlungsfreiheit.

Andreas Sittmann

Andreas Sittmann

Jugendliche von Greenpeace Trier mit einem Transparent "Our Future is Your Decision"

Jugendliche von Greenpeace Trier mit einem Transparent „Our Future is Your Decision“

Etwa 60 Teilnehmer wohnten der Gedenkveranstaltung bei, darunter auch OB Wolfram Leibe

Etwa 60 Teilnehmer wohnten der Gedenkveranstaltung bei, darunter auch OB Wolfram Leibe