Breite Ablehnung der geplanten Laufzeitverlängerung von Cattenom: Luxemburger Gemeinden schließen sich dem Protest an

Von | 26.09.2025

Der Widerstand gegen das französische Atomkraftwerk Cattenom erfährt eine bedeutende Stärkung. Ein Bündnis von fast 30 luxemburgischen Gemeinden hat sich unter der Führung der Gemeinde Roeser formiert, um die geplante Laufzeitverlängerung des Kraftwerks vehement abzulehnen und gemeinsam mit der Zivilgesellschaft für eine Zukunft ohne Atomenergie in der Region zu kämpfen. Diese Initiative setzt damit ein starkes politisches Zeichen und passt zu den langjährigen Bemühungen von Anti-Atom-Aktivist_innen wie dem Anti-Atom-Netz Trier (AAN).

Ein starkes Signal aus Luxemburg

Die „Allianz der Gemeinden gegen Atomenergie“, die vom Roeser Bürgermeister Tom Jungen ins Leben gerufen wurde, ist eine Wiederbelebung der 2011 gegründeten Plattform der Gemeinden gegen Atomenergie. Anlass der Neugründung ist die Genehmigung generischer Vorschriften durch die französische Atomaufsichtsbehörde ASNR, die einen Weiterbetrieb des ersten Reaktorblocks von Cattenom über das Jahr 2026 hinaus um zehn Jahre ermöglichen soll. Das Bündnis sieht diese Entwicklung nicht nur als lokales Problem, sondern auch im Kontext einer europaweiten „Atomwende“, die durch die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen befeuert wird und sich auch in der Entscheidung der belgischen Regierung, ihren Atomausstieg rückgängig zu machen, widerspiegelt.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Gemeinden ihre Position unmissverständlich klargestellt: Sie lehnen die Atomenergie ausdrücklich als „keine Zukunftstechnologie“ ab. Sie betonen, dass Atomkraft unsicher, extrem teuer und nicht nachhaltig ist. Insbesondere verweisen sie auf die ungelöste Problematik der Risse durch Spannungsrisskorrosion, deren Ursachen und Behebung auch Jahre nach ihrer Entdeckung unklar bleiben. Das Bündnis fordert stattdessen ein klares Bekenntnis zu erneuerbaren Energien, um die Ziele der Energiewende schnell und sicher zu erreichen.

Als nächste Schritte hat die Allianz ein Treffen mit dem luxemburgischen Energieminister Lex Delles beantragt, um die Position der Regierung zu klären. Darüber hinaus prüfen sie juristische Schritte, um die geplante Laufzeitverlängerung anzufechten.

Einigkeit im Dreiländereck: Die Position des Anti-Atom-Netz Trier

Die Forderungen der luxemburgischen Gemeinden decken sich voll und ganz mit den Zielen des Anti-Atom-Netz Trier, alles zu tun um eine Laufzeitverlängerung Cattenoms zu verhindern. Wir setzen uns seit Jahren für die Stilllegung aller Atomanlagen ein, insbesondere der Pannenreaktoren in Cattenom (F) und des Endlagerprojekts in Bure (F), sowie für eine dezentrale, ökologische Energiewende in ganz Europa und der Welt. Das AKW Cattenom, das nur 50 Kilometer von Trier entfernt liegt, sehen wir weiterhin als unkalkulierbares Risiko.

Die neue Allianz der luxemburgischen Gemeinden ist ein wichtiger und ermutigender Schritt. Sie zeigt, dass der Widerstand gegen Cattenom in der gesamten Großregion wächst und an politischem Gewicht gewinnt. Gemeinsam mit unseren Partner_innen auf deutscher, französischer und luxemburgischer Seite werden wir weiterhin alles daransetzen, den politischen und juristischen Druck zu erhöhen, um eine Laufzeitverlängerung zu verhindern.

Der Protest gegen Cattenom ist nicht zwecklos! Wie wir in Deutschland gesehen haben, kann der zivile Widerstand viel bewirken. Wir müssen den mehrheitlichen Wunsch der Bevölkerung nach der Stilllegung dieser Hochrisiko-Meiler sichtbar machen, um Politik, Medien und auch Tourist_innen daran zu erinnern, wie wichtig der Kampf für eine atomkraftfreie Zukunft ist.

Gemeinsam sind wir stark!