Pressemitteilung: Kampagnenstart: „STOPP CATTENOM – Keine Laufzeitverlängerung für das Pannen-AKW!“

Von | 20.02.2026

Kampagnenstart: „STOPP CATTENOM – Keine Laufzeitverlängerung für das Pannen-AKW!“

Trier / Saar-Lor-Lux, 20.02.2026 – Das Antiatomnetz Trier, der BUND Rheinland-Pfalz sowie dessen Kreisgruppe Trier-Saarburg und weitere Bündnispartner starten eine groß angelegte Kampagne gegen die geplante Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Cattenom. Angesichts bevorstehender Wahlen fordern die Aktivist*innen die Regierungen zum Handeln auf und warnen vor unkalkulierbaren Risiken für die Großregion.

Das Atomkraftwerk Cattenom, nur 12 km von der deutschen und 9 km von der luxemburgischen Grenze entfernt, zählt zu den pannenanfälligsten und gefährlichsten Atomanlagen Europas. Trotz massiver Sicherheitsmängel und veralteter Technik plant der Betreiber EDF, die Laufzeit der Reaktoren um mindestens zehn Jahre zu verlängern.

„Dies setzt die gesamte Großregion Saar-Lor-Lux einem unkalkulierbaren Risiko aus – von technischen Störfällen bis hin zu Bedrohungen durch Terror oder die Folgen des Klimawandels“, warnt das Bündnis. Mit der neuen Kampagne soll der öffentliche Widerstand sichtbar gemacht und der politische Druck erhöht werden.

Appell an Kommunen und Politik

Zentrale Ziele der Kampagne sind die sofortige Stilllegung der Reaktoren sowie eine gemeinsame Kraftanstrengung für echten Klimaschutz und den Ausbau erneuerbarer Energien in der Grenzregion.

Thomas Heinen vom Antiatomnetz Trier erklärt: „Wir rufen Gemeinden und Städte auf, sich klar gegen die Laufzeitverlängerung von Cattenom zu positionieren. Ein Vorbild sind hierbei unsere luxemburgischen Nachbarn, wo sich zahlreiche Gemeinden zu einem Bündnis zusammengeschlossen und bereits entschieden gegen den Weiterbetrieb ausgesprochen haben.“

Sicherheit vor Profitinteressen

Elisabeth Quaré vom Verein „Messen für Aktiven Umweltschutz“ (MAUS e.V.) ergänzt: „Die Sicherheit von Millionen Menschen in der Großregion muss Vorrang vor diplomatischen Rücksichten und Profitinteressen haben. Ein schwerer Unfall in Cattenom würde unsere Heimat unbewohnbar machen. Die Anlage liegt mitten in einer dicht besiedelten Region, in unmittelbarer Nähe zu Trier, Saarbrücken und Luxemburg-Stadt. Wir können es uns nicht leisten, dieses zunehmende Risiko zu ignorieren.“

Breites Bündnis für die Umwelt

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) trägt den Protest entschieden mit. Marianne Rummel, Beauftragte des Landesverbandes aus der Kreisgruppe Trier-Saarburg, betont: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Laufzeitverlängerungen durch die Hintertür zur Normalität werden. Cattenom bedroht unsere Lebensgrundlagen und durch die Aufheizung auch das Ökosystem der Mosel. Wir unterstützen diese Kampagne mit aller Kraft, denn echter Umweltschutz kennt keine Grenzen.“

Forderungen an die Regierungen

Die Kampagne richtet sich direkt an die Entscheidungsträger in Frankreich und Deutschland. Markus Pflüger fasst die Forderungen zusammen: „Wir fordern die französische Regierung und die EDF auf, die Pläne sofort zu stoppen. Von den betroffenen Landesregierungen erwarten wir, dass sie sich auf allen diplomatischen Ebenen entschieden gegen den Weiterbetrieb einsetzen. Dazu gehören das aktive Einfordern einer Umweltverträglichkeitsprüfung, Transparenz und notfalls der Klageweg.“

Pflüger kritisiert zudem den Katastrophenschutz: „Die Bevölkerung muss umfassend über die Hochrisikotechnologie informiert werden. Die Verantwortlichen müssen endlich einräumen, dass es keinen wirksamen Katastrophenschutz gibt, statt auf unzureichende Maßnahmen wie Jodtabletten zu verweisen.“

Petition und Informationsangebot

Auf der neu eingerichteten Webseite stop-cattenom.de finden Interessierte Hintergrundinformationen, Materialien sowie Hinweise auf Veranstaltungen. Zentrales Element ist eine Petition.

„Bitte unterzeichnen Sie jetzt! Es gilt, den politischen Druck zu erhöhen und unsere Region vor einer atomaren Katastrophe zu schützen. Vor der Landtagswahl müssen die Parteien Farbe bekennen“, appelliert Brigitte Hansen-Barbi, die sich wie alle Beteiligten ehrenamtlich für die Kampagne engagiert.

Weitere Informationen und Petition: stop-cattenom.de