Redebeitrag von Markus Pflüger (Antiatomnetz Trier) zur Tschernobyl-Mahnwache in Trier am 25.04.2026

Rede von Markus Pflüger am 25.4.026 in Trier

Herzlich willkommen zur heutigen Mahnwache vom Antiatomnetz Trier und im Rahmen der Kampagne Stopp Cattenom.

Wir demonstrieren heute anlässlich des 40. Jahrestages der Raaktorkatastrophe von Tschernobyl – am 26. April 1986 geschah was nie geschehen sollte – so was kann und wird nicht passieren, so die Propaganda der Atomindustrie und der Parteien CDU, CSU und FDP und teilweise auch SPD, die uns das Märchen der sicheren Atomkraft verkauften.

Vor 5 Wochen am 11.3. haben wir anlässlich des 15 Jahrestages der Reaktor­katastrophe von Fukushima demonstriert – noch ein Unfall den es nie hätte geben dürfen. Doch er geschah im hochindustrialisierten westlichen Japan.

Wir demonstrieren heute auch gegen die geplante Laufzeitverlängerung des benachbarten Atomkraftwerks von Cattenom.

Denn – was 1986 in Tschrnobyl und was 2011 in Fukushima geschah, kann jederzeit auch hier in der Region geschehen.

Ein GAU, ein größter anzunehmnder Unfall in Cattenom der die Radioaktivität innerhalb kürzester Zeit bei Hauptwindrichtung die Radioaktivität nach Trier blasen würde, die Strahlen würden uns zwingen Trier zu verlassen, wenn wir nicht früher oder später den Strahlentod sterben. Luxemburg wäre wahrscheinlich weg von der Landkarte, große Gebiete des Saaarlandes und von Rheinland Pfalz wären ebenfalls verstrahlt.

Tschrnobyl mahnt: setzt euch für die Stillegung aller Atomanlagen an! Denn wir wollen nicht, dass es soweit kommt, deswegen demonstrieren wir heute gegen die von der EDF geplante längere Laufzeit der Pannenreaktoren von Cattenom. Eigentlich wäre nämlich dieses Jahr Schluss, der Block 1 von Cattenpom ist für 40 Jahre ausgelegt und die sind dieses Jahr erreicht. Dabei war für uns schon jeder Tag an dem Cattenom lief, ein Tag zu viel. Jeder Tag risiko, jeder Tag radioaktive Emissionen, jeder Tag neuer Atommüll von dem keiner weiß wohin.

Und was ist hier 60km entfernt bei den französischen Atomkreaktoren geplant: ja eine Laufzeitverlängerung für Block 1 – ja die Parallelen sind unübersehbar – und nein wir wollen wirklich nicht recht bekommen mit unserer Warnung vor dem Weiterbetrieb des Atomkraftwerks, wir wollen das der pannenanfällige überalteterte Reaktor von Cattenom vorher stillgelegt wird.

Tschernobyl mahnt uns heute: Atomkraftwerke wie Cattenom müssen abgeschaltet werden, bevor es zu spät ist!

In Deutschland starteten direkt nach dem GAU in Tschernobyl große Anti-Atom-Proteste – doch noch sind die Regierungen nicht bereit sich vobn der Hochriskotechnologie zu verabschieden. Cattenom ging sogar im gleichen Jahr ans Netz – ein schlag für alle AtomkraftgegnerInnen der großregion die mit vielen Protestaktionen und Demonstrationen gegen die Inbetriebnahme protestiert hatten. Gewaltvolle französische Polizeieinheiten, schikanöse Grenzkontrollen, die Menschen der Region bewisen Rückrat und ließen sich nicht abschrecken, doch ihre Forderungen wurden ignoriert, Progfitgier und Technikgläubigkeit setzen sich durch.

Auch vier Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind die Folgen weiter spürbar. Noch immer sind große Gebiete unbewohnbar. Noch immer leiden Menschen unter den gesundheitlichen und sozialen Folgen. Hunderttausende verloren ihre Heimat, unzählige erkrankten, und ganze Ökosysteme wurden dauerhaft geschädigt. Radioaktive Strahlung kennt keine Grenzen und wirkt über viele Generationen.

Und doch wurde und wird versucht, diese Realität kleinzureden. Von Anfang an waren Verharmlosung und Verschleierung Teil der Geschichte von Tschernobyl. Seit jeher gibt es Stimmen, die die Risiken der Atomkraft relativieren, das ungelöste Problem des Atommülls herunterspielen und Kosten ausblenden. Dabei zeigt Tschernobyl – wie auch Fukushima: Atomenergie ist nicht beherrschbar.

Das wurde im letzten Jahr auf erschreckende Weise erneut deutlich. 2025 beschädigte ein Drohneneinschlag die erst wenige Jahre alte Schutzhülle über dem havarierten Reaktor. Dieses Ereignis hat uns wieder einmal vor Augen geführt, wie verwundbar Atomanlagen sind und wie sich die Gefahr in Zeiten militärischer Konflikte noch einmal verschärft. Ein Angriff, ein Fehler, ein Unfall – und die Konsequenzen sind katastrophal.

Trotzdem erleben wir, dass die Befürworter*innen der Atomenergie wieder lauter werden, in Deutschland ebenso wie in anderen europäischen Ländern. Doch Atomkraft trägt – anders als sie behaupten – weder zum Klimaschutz noch zur Versorgungssicherheit bei. Atomkraft ist keine Lösung – sie ist Teil des Problems.

Tschernobyl und Fukushima mahnen: Atomanlagen wie Cattenom gehören stillgelegt!

Denn weiterhin bedrohen uns gefährlich alte AKW in Nachbar­ländern. Dazu zählen neben den Reaktoren im französischen Cattenom, den drei verbliebenen Meilern in Belgien und den Niederlanden sowie dem tschechischen AKW Temelín vor allem die vier Schweizer AKW. Uralte Reaktoren wie die in der Schweiz, die nur begrenzt nachgerüstet und bei denen alle relevanten Unterlagen unter Verschluss gehalten werden, sind besonders gefährlich.

Wie in Fukushima listen auch hier zahlreiche Gutachten Sicherheits­defizite auf. Wie in Japan tun Politik, Aufsichtsbehörde und Betreiber alles, um die AKW weiterlaufen zu lassen:

– Beim AKW Beznau wird ein Grenzwert um das Hundertfache herauf­ge­setzt, nachdem bekannt wird, dass er nicht eingehalten werden kann.

– Das AKW Gösgen darf mit instabilen Rohren jahrzehntelang weiter­laufen.

– Bei der Laufzeitverlängerung des AKW Leibstadt verweigert die Schweiz eine Umweltverträglichkeitsprüfung – niemand soll diskutieren, wie unsicher das AKW tatsächlich ist. Doch genau solche Parallelen soll es hier mit Cattenom nicht geben

Deswegen fordern wir heute:

  • Sofortige Stilllegung: Keine Laufzeitverlängerung für Cattenom!
  • Sicherheit zuerst: Grenzüberschreitende Umweltverträglichkeits- prüfung (UVP) nach europäischem Recht (Espoo Konvention)!
  • Echte Energiewende: Sparen, Effizenz steigern, Wärmedämmen, ein ökologische Verkehrswende, und der Ausbau erneuerbarer Energien in Bürgerhand. Wir sagen heute klar Nein zum teuren verlängern der Hochrisikotechnologie Atomkraft!

Ich sage es nochmal deutlich: Das Risiko eines schweren Atomunfalls wie in Fukushima oder Tschernobyl ist auch mitten in Europa real. Bei einem Super-GAU in Cattenom wäre Luxemburg komplett, Rheinland-Pfalz und Saarland in großen Teilen stärker betroffen als Frankreich selbst. Bei der häufigsten Hauptwindrichtung wären wir hier in Trier ebenfalls voll betroffen.

Studien belegen zudem seit Jahren, dass es Cattenom für die regionale Versorgungssicherheit nicht braucht.

Die vier Reaktoren von Cattenom sind eine tickende Zeitbombe und gehören endlich abgeschaltet. Sie entsprechen nicht ansatzweise aktuellen Sicherheitsanforderungen und sind durch Ihre Überalterung und den Klimawandel immer gefährlicher. Fukushima hat gezeigt, was passieren kann, wenn solche Anlagen nicht rechtzeitig abgeschaltet werden. Tschernobyl zeigt schmerzlich wie lange die Verseuchung und Verstrahlung großer Gebiete andauert. Die Uralt-AKW in Europa wie die in der Schweiz und die Pannen­reaktoren in Cattenom gehören abgeschaltet, bevor es zur nächsten Atom­katastrophe kommt.

  • Die Bundesregierung muss straffe Ausstiegspläne einfordern – und EU-Subventionen für Laufzeitverlängerungen und AKW-Neubauten eine klare Absage erteilen.
  • Die Landesregierung muss sich auch juristisch gegen die Laufzeitverlängerung engagieren., dafür braucht es unseren Druck von der Straße. Und unsere klare Forderung an die zukünftige Landes­regierung: Setzen Sie sich auf allen Ebenen gegen eine Laufzeit­ver­längerung von Cattenom ein! Der Einsatz für ein Ende von Cattenom gehört in den Koalitionsvertrag!

Genau das fordern wir auch mit unserer Petition gegen die Laufzeit­verlängerung von Cattenom: Ihr findet sie unter www.stop-cattenom.de

Ihr könnte aber auch direkt hier am Infostand unterzeichnen.

Am Infostand findet ihr auch Aufkleber, Postkarten und Flyer zum weiter­verbreiten! Nutze unsere Sharepics, redet mit Abgeordneten und Kandida­t­*innen, unterstützt keine Parteien, die Atomkraft unterstützen oder verharm­losen wie die rechtsextreme AfD.

Fukushima und Tschernobyl mahnten: Atomkraftwerke wie Cattenom nicht verlängern sondern abschalten, bevor es zu spät ist! Werdet mit uns aktiv für eine atomfreie Zukunft! Danke.