Anti-Atom-Netz Trier Rundbrief Juni 2026: Zwischen Hitzewellen und Pannen-AKW: Unser Kampf gegen Cattenom geht weiter!

Liebe Atomkraftgegner*innen in und um Trier,

hinter uns liegen ereignisreiche Wochen, in denen eines deutlicher geworden ist als je zuvor: Unser Widerstand in der Großregion ist lebendig, beharrlich und unübersehbar. Ob auf der Straße, in den öffentlich-rechtlichen Medien oder durch formelle Auskunftsbegehren und politischen Druck hinter den Kulissen – wir bieten der ministeriellen Hinhaltetaktik und den Beschwichtigungen der Atomlobby entschlossen Paroli.

Unsere gemeinsame Kampagne „STOPP CATTENOM!“ wächst unaufhaltsam und steuert nach dem Knacken der 8.000er-Marke im April nun stramm auf die 8.500 Unterschriften zu. Das ist ein fantastischer Erfolg, der uns Rückenwind für die kommenden, entscheidenden Monate gibt.

Hier sind die wichtigsten Neuigkeiten, Berichte und unsere konkreten nächsten Aktionen für Euch im Überblick:


1. Die Katastrophenschutzübung: Gefährliche Scheinsicherheit

Am 4. und 5. Juni fand im französischen Pannen-AKW Cattenom eine groß angelegte Katastrophenschutzübung statt. Während Behörden und Politik im Vorfeld oft den Eindruck vermittelten, ein atomarer Ernstfall vor unserer Haustür sei kontrollier- und „managbar“, haben wir gemeinsam mit dem BUND Rheinland-Pfalz und dem Bündnis STOPP CATTENOM! eine klare Botschaft gesendet: Der sicherste Katastrophenschutz bleibt die Abschaltung! Ein Super-GAU lässt sich nicht behördlich verwalten.


2. Evakuierung als Illusion: Unsere Pressemitteilung & das BUND-Interview

Pünktlich zur Übung haben wir mit einer gemeinsamen Pressemitteilung echte Transparenz eingefordert. Unsere Kernforderung an die neue Landesregierung: Wir brauchen endlich eine unabhängige, verkehrswissenschaftliche Evakuierungsstudie für die Region Trier unter realen Bedingungen.

Wie realitätsfern die offiziellen Pläne sind, zeigt die Praxis: Wenn schon ein einziger Verkehrsunfall auf der A64 im Bereich des Ehranger Waldes – wie vor einigen Jahren erlebt – ausreicht, um in Trier den totalen Verkehrskollaps auszulösen, ist eine geordnete Flucht hunderttausender Menschen im Ernstfall eine reine Illusion.

Das gilt erst recht für die vorgesehene Verteilung von Jodtabletten: Cattenom liegt praktisch direkt vor unserer Haustür. Bei entsprechende Windrichtung wäre die radioaktive Wolke längst über Trier und der Region, noch bevor die Tabletten überhaupt verteilt, abgeholt oder eingenommen wären – ganz zu schweigen von der Zeit, die der Wirkstoff benötigt, um überhaupt eine Schutzwirkung im Körper aufzubauen. Wer erst im Katastrophenfall informiert und zu Ausgabestellen geschickt wird, steckt ohnehin im dichten Stau fest. Diese Jodvorsorge ist ein logistisches und medizinisches Luftschloss und bietet eine gefährliche Scheinsicherheit: Jodtabletten schützen ausschließlich vor der Aufnahme von radioaktivem Jod – gegen alle anderen freigesetzten radioaktiven Stoffe bieten sie keinerlei Schutz. Zudem sind sie wegen gesundheitlicher Risiken für Menschen über 45 Jahre überhaupt nicht zur Einnahme vorgesehen.

Auch die technische Belastung der Reaktoren nimmt durch die moderne Energiewelt massiv zu: Weil Strom aus Wind und Sonne im Gegensatz zu extrem teurem Atomstrom konkurrenzlos günstig ist und im Netz Vorrang hat, muss EDF die Meiler in Cattenom ständig drosseln und wieder hochfahren (modulieren). Dieses ständige Hoch- und Herunterfahren birgt laut Expert*innen jedoch das akute Risiko neuer, gefährlicher Haarrisse in den Notkühlsystemen (Spannungsrisskorrosion) – warum das so ist, erklären wir ausführlich unter Punkt 7. Berichte aus dem französischen AKW Civaux (siehe Südwest Presse und Handelsblatt) zeigen bereits, wie schnell solche Schäden selbst nach aufwendigen Sanierungen wiederkehren können – die fast 40 Jahre alten Reaktoren von Cattenom sind für diesen flexiblen Betrieb physisch schlicht nicht gebaut.

Dazu haben wir ein ausführliches Interview mit Marianne Rummel (BUND RLP) geführt, die parallel auch den SWR-Radionachrichten Rede und Antwort stand. Sie nimmt darin unter anderem den Mythos der Jodtabletten-Vorsorge im dichten Stau auseinander und beschreibt die akuten Bedrohungen durch Materialermüdung, Cyberangriffe und Kühlwassermangel im Sommer.


3. Nach der Wahl ist vor der Abschaltung: Wir nehmen die Abgeordneten beim Wort

Wir halten Wort: Wie im April-Rundbrief versprochen, haben wir im Nachgang der rheinland-pfälzischen Landtagswahl alle 13 frisch gewählten Abgeordneten der Region sowie die Landesparteizentralen in Mainz persönlich angeschrieben und mit ihren eigenen Aussagen konfrontiert.

Besonders den neuen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder (CDU) nehmen wir in die Pflicht: Er hatte 2016 als Abgeordneter noch schriftlich versichert, „alle Maßnahmen zu unterstützen, um nunmehr zeitnah eine Stilllegung dieser AKW zu erreichen“. Jetzt ist er an der Macht und muss liefern. Aber auch die SPD-Abgeordneten hatten wir gemahnt, den Schutz unserer Region nicht als bloße Verhandlungsmasse in Mainz zu opfern. Im neuen Koalitionsvertrag ist leider trotzdem kein Wort über Cattenom verloren worden.


4. Rückblick: Starker Straßenprotest zum Tschernobyl-Gedenken & großer SWR-Fernseherfolg

Am 25. April haben wir in der Brotstraße in Trier unübersehbar eine Mahnwache abgehalten. Anlässlich des Jahrestags der Reaktorkatastrophe haben wir die verharmlosende Propaganda der Atomlobby entlarvt. Ein riesiger Erfolg für unsere Sichtbarkeit: Das SWR-Fernsehen hat in der Hauptsendung von „SWR Aktuell Rheinland-Pfalz“ um 19:30 Uhr ausführlich darüber berichtet – inklusive eines Hintergrund-Interviews im Studio!

In den Redebeiträgen vor Ort wurde die Bedrohung konkret greifbar gemacht. Marianne Rummel vom BUND zeigte auf, wie real diese Gefahren sind, nachdem bereits im vergangenen Jahr die Schutzhülle in Tschernobyl durch einen Drohneneinschlag beschädigt wurde.

Wie prophetisch und erschreckend aktuell diese Warnung ist, belegt ein schwerer Vorfall vom vergangenen Wochenende (7. Juni 2026): Bei einem neuen russischen Drohnenangriff wurde ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente direkt in der Tschernobyl-Sperrzone getroffen und teilweise zerstört. IAEA-Chef Rafael Grossi äußerte sich zutiefst besorgt, da riesige Mengen an hochgefährlichem Kernmaterial nur wenige Meter vom Einschlagsort entfernt lagern. Dieser Vorfall zeigt einmal mehr: Atomanlagen und militärische Konflikte sind eine katastrophale Kombination.

Elisabeth Quaré (MAUS e.V.) rechnete zudem mit den absurden AKW-Wiederinbetriebnahme-Fantasien eines Jens Spahn ab und entlarvte das unrentable Märchen der Mini-Reaktoren (SMR). Markus Pflüger verdeutlichte, dass Reaktor 1 in Cattenom in diesem Jahr seine geplante Lebensdauer von 40 Jahren erreicht hat – jeder weitere Tag Laufzeit ist russisches Roulette. Ein großes Danke auch an Kati Wauer, die unseren Trierer Protest sogar als Gastrednerin bei der Mahnwache in Karlsruhe vertreten hat!


5. Enthüllt durch Ministeriums-Briefe: Die offizielle Verzögerungstaktik und der „Blindflug“ in Mainz

Wir haben aktuelle Post vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten (Dr. Florian Schertz) sowie vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (Staatssekretär Michael Hauer) erhalten. Die Antworten zeigen, wie dringend notwendig unser Druck im Hintergrund ist:

  • Der „Januar 2027“-Weckruf: Erst durch unsere hartnäckigen Nachfragen hat das Ministerium nun offiziell bestätigt, dass Reaktor 1 ab Januar 2027 bis voraussichtlich August 2027 für die Wartungen und Überprüfungen zur zehnjährigen Inspektion (VD 4) abgeschaltet werden soll. Das ist für uns ein entscheidender zeitlicher Anker!
  • Das Beteiligungs-Vakuum: Es liegt bis heute keine schriftliche Zusage aus Paris vor, dass die deutsche Bevölkerung überhaupt grenzüberschreitend angehört wird. Das Ministerium agiert im Blindflug und „erwartet“ es lediglich aufgrund europäischer Richtlinien.
  • Die 2028-Verzögerung: Das Ministerium verweist darauf, dass der offizielle Beginn der von Frankreich gesteuerten Öffentlichkeitsbeteiligung erst für 2028 zu erwarten sei. Rheinland-Pfalz will diese Zeit nutzen, um eigene fachtechnische Gutachten erstellen zu lassen, um für spätere Einsprüche oder Klagen gerüstet zu sein. Das ist gut, aber bedeutet im Klartext: Während Mainz Gutachten vorbereitet und auf Paris wartet, schafft EDF Fakten. Wenn – und falls – wir Bürger_innen endlich offiziell gefragt werden, läuft der Reaktor nach seiner Überprüfung 2027 womöglich schon längst wieder im verlängerten Betrieb!
  • Die Ausflüchte & Leere Stühle: Auf unsere Frage nach einer vollständigen Störfall-Liste antwortet das Ministerium trocken: „Eine Veröffentlichung ist nicht vorgesehen.“ Schlimmer noch: Auf unsere Kritik, dass der rheinland-pfälzische Katastrophenschutz-Vertreter (LfBK) den offiziellen Kontrollsitzungen der CLI vor Ort seit Jahren komplett fernbleibt, verweigert das Umweltministerium jede inhaltliche Antwort und verweist auf die „Zuständigkeit anderer Ressorts“.

Unsere Reaktion: Wir nehmen diese Ausflüchte nicht hin. Wir überlegen, per offiziellem UIG-Antrag (Umweltinformationsgesetz) die Störfall-Liste einzufordern, und beim Innenministerium auf lückenlose Aufklärung über die geschwänzten Kontrollsitzungen zu drängen!


6. Schlamperei beim Strahlenschutz & die Mosel als Chemieklo

Dass dieses politische Ignorieren der Fakten fatale Folgen hat, zeigt sich nicht nur in Mainz, sondern auch direkt vor Ort an der Mosel. Die neuesten Berichte aus Frankreich zeichnen ein düsteres Bild:

  • Mangelhafter Strahlenschutz: Die französische Atomaufsichtsbehörde ASNR bemängelte Ende Mai öffentlich, dass der Standort Cattenom beim Strahlenschutz schlechter abschneidet als der französische Durchschnitt (siehe Bericht der Saarbrücker Zeitung). Im vergangenen Jahr kam es zu einem schweren Störfall der INES-Stufe 2, bei dem ein Mitarbeiter in einem angeblich „strahlenfreien“ Raum radioaktiv kontaminiert wurde – die Ursache ist bis heute ungeklärt.
  • Die Mosel als Chemieklo: Die französische Atomaufsichtsbehörde ASNR hat neue, gelockerte Umweltauflagen für das AKW genehmigt (siehe den offiziellen Beschluss der ASNR). EDF hat durchgesetzt, das Kühlwasser in den Kühlrohren viel länger als bisher mit dem aggressiven Biozid Monochloramin (einem Mix aus Ammoniak und Bleichmittel) zu behandeln. Weil sie die alten, natürlich amöbenfeindlichen Messingrohre gegen Titan ausgetauscht haben, explodiert dort die Amöbenkolonisation. Die Folge: Die jährliche Einleitung von Chlorid und Natrium in die Mosel steigt drastisch an!
  • Toxische Gefahren ignoriert: Die Antragsunterlagen konzentrieren sich primär auf diese harmlosen Salze, blenden aber die eigentlichen Gifte völlig aus. Durch die Reaktion von Monochloramin mit den natürlichen organischen Stoffen im Flusswasser entstehen hochgradig langlebige organische Halogenverbindungen (AOX). Diese reichern sich in der Umwelt an und gelten als potenziell krebserregend – eine akute Bedrohung auch für Luxemburg, das die Mosel künftig für die Trinkwasseraufbereitung nutzen will. Zudem verbleibt das hochstabile Restchlor (CRT) im Wasser, welches für Fische flussabwärts extrem giftig ist.
  • Beste Technik verweigert: Technisch ist diese Chemie-Keule völlig unnötig. Eine absolut umweltschonende, chemiefreie UV-Behandlung existiert als erprobte Alternative (Beste Verfügbare Technik) und wird von EDF an anderen Standorten bereits erfolgreich eingesetzt – für Cattenom wurde sie jedoch aus Kostengründen abgelehnt.
  • Das luxemburgische Veto vs. Mainzer Passivität: Wie begründet unsere Sorgen sind, belegt der offizielle, hochgradig kritische Einspruch des luxemburgischen Umweltministeriums. Die dortige Wasserwirtschaftsverwaltung rügt scharf, dass grenzüberschreitende Schäden im französischen Dossier völlig ausgeblendet werden. Sie warnt vor einer massiven Verletzung des EU-Verschlechterungsverbots (Wasserrahmenrichtlinie) und verweist auf das Risiko unkalkulierbarer Mikroschadstoffe. Und was passiert in Rheinland-Pfalz? Während Luxemburg offiziell interveniert, winkte das Mainzer Umweltministerium die Pläne offenbar einfach durch! Ausgerechnet der ehemalige grüne Staatssekretär Erwin Manz (ehemals BUND-Landesgeschäftsführer), der erst vor Kurzem im Mai 2026 mit dem Regierungswechsel aus dem Amt schied, bezeichnete die giftigen Erhöhungen in einer offiziellen Landtags-Drucksache als „aus deutscher Sicht unbedenklich“. Ein umweltpolitischer Offenbarungseid!

Wir vom Antiatomnetz Trier hatten im Öffentlichkeitsverfahren als einzige deutsche Stimme eine detaillierte Einwendung eingereicht. Da das französische Umweltministerium die Änderung entgegen dem Verschlechterungsverbot der EU-Wasserrahmenrichtlinie genehmigt hat und die Klagefristen bereits laufen, überlegen wir nun, über unsere Netzwerke im Saarland und in Luxemburg nachzufragen, ob dort bereits offizielle Verwaltungsklagen geplant sind!


7. Klimawandel vs. Atomkraft: Unflexible Altmeiler scheitern an der modernen Energiewelt

Wie ungeeignet die Atomkraft für eine moderne, zukunftsfähige Stromversorgung ist, zeigte das Wetter der vergangenen Wochen gleich doppelt. Zum einen hatte ein Hitzedom mit Warmluft aus Afrika Mitteleuropa extrem früh erfasst, wodurch die Temperaturen in Paris bereits im Mai auf bis zu 33 Grad stiegen. Dies trieb die französischen Großhandels-Strompreise sprunghaft um 11,7 % in die Höhe – aus Angst vor hitzebedingten Drosselungen der Reaktoren. Auch wenn es sich inzwischen wieder merklich abgekühlt hat und Gewitter über die Region ziehen: Diese Hitzewelle zeigte erneut, wie unvorbereitet das System auf Extremwetter reagiert, wenn sich die Flüsse zur Kühlung der Meiler zu stark erwärmen (wie im Krisensommer 2022, als zeitweise die Hälfte der französischen Atommeiler ausfiel).

Zum anderen enthüllt der sonnige Frühsommer einen unumstößlichen physikalischen und ökonomischen Systemkonflikt: Nicht die erneuerbaren Energien sind das Problem, sondern die uralte, völlig unflexible Atomkraft ist schlicht obsolet und ungeeignet für die saubere Stromerzeugung der Zukunft. Wind- und Solarenergie liefern konkurrenzlos günstigen Strom, der zudem mit dem fortschreitenden Ausbau von Speichern in den kommenden Jahren dauerhaft, verlässlich und zu minimalen Kosten verfügbar sein wird. Ganz nebenbei macht uns der Umstieg auf heimische Öko-Energien völlig unabhängig von fossilen und nuklearen Importen (wie Uran aus Russland) – er schützt uns vor den Preisschwankungen globaler Konflikte und befreit uns aus der Erpressbarkeit durch autokratische Diktatoren.

Doch weil dieser unschlagbar günstige Ökostrom aufgrund seiner minimalen Erzeugungskosten rein marktwirtschaftlich immer zuerst verkauft wird, stoßen die starren französischen Reaktoren an ihre technologischen Grenzen. Sie wurden als reine „Grundlast“-Maschinen gebaut, um jahraus, jahrein stur die gleiche Menge teuren Stroms zu produzieren. Da sie sich nicht dynamisch anpassen können, muss der Betreiber EDF seine Meiler nun unter enormem Aufwand immer häufiger herunterfahren oder vom Netz nehmen. Wie extrem dieser Regulierungsbedarf inzwischen ist, zeigen offizielle Zahlen von EDF: Die Reaktoren mussten im vergangenen Jahr um gigantische 33 Terawattstunden drosseln.

Ein aktueller Bericht von t-online verdeutlicht, dass diese erzwungene Flexibilität die Atomkraft massiv unter Druck setzt – ein Systemkonflikt, den einige Politiker*innen hierzulande durch ihre Forderungen nach einer Atom-Rückkehr völlig ignorieren. Ein sehr lesenswerter Bericht von n-tv zeigt auf, wie diese erzwungene Flexibilität an die Substanz der fast 40 Jahre alten Meiler geht, die für einen solchen flexiblen Betrieb physisch nie konstruiert wurden:

  • Xenon-Vergiftung: Bei schnellen Leistungsänderungen reichert sich das Edelgas Xenon im Reaktor an und blockiert für bis zu 30 Stunden ein erneutes Hochfahren der Leistung.
  • Zunehmende Materialermüdung: Das ständige Abkühlen und Erhitzen erzeugt thermischen Stress an Rohren und Schweißnähten, wodurch die Anlagen extrem schnell altern – und genau dies ist eine der physikalischen Hauptursachen für die Entstehung der in Abschnitt 2 beschriebenen Haarrisse und Schäden.
  • Wasserstoff-Versprödung: Beim Herunterfahren sammelt sich vermehrt Wasserstoff im Kühlwasser an, was die Rohrleitungen angreift und spröde macht. Dieser chemische Prozess erhöht das Risiko unvorhersehbarer Brüche dramatisch und wirkt – wie in Abschnitt 2 dargelegt – als weiterer direkter Treiber für jene gefährliche Spannungsrisskorrosion (Haarrissbildung).

Dazu kommt das wirtschaftliche Desaster an den Strombörsen: Die Zahl der Stunden mit null oder negativen Strompreisen in Frankreich ist laut EDF von 560 (2024) auf 735 Stunden (2025) nach oben geschnellt. Sobald Solaranlagen günstigen Strom einspeisen, bricht der Markt für teuren Atomstrom zusammen. Für EDF bedeutet das: Die immensen Fixkosten für Personal, Sicherheit und Wartung der AKWs laufen unvermindert weiter, während immer weniger Strom verkauft werden kann. Jede erzwungene Drosselung treibt die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde dramatisch in die Höhe.

Die französische Regierung plant zwar bis 2035 eine Vervielfachung der Solarleistung, will aber gleichzeitig am sündhaft teuren Neubau von Atomkraftwerken festhalten. Doch Physik und Ökonomie lassen sich nicht austricksen. Am Ende steht Paris vor einer unweigerlichen Entscheidung: Um die unrentablen, maroden Atomkraftwerke künstlich am Leben zu erhalten, müsste man die saubere, konkurrenzlos günstige Zukunftstechnologie der Erneuerbaren aktiv ausbremsen. Ein solch absurder, wirtschaftlich selbstzerstörerischer Weg ist jedoch keine Option – die Zukunft gehört unweigerlich den Erneuerbaren, während die unflexible Atomkraft sich technologisch und ökonomisch endgültig ins Abseits manövriert.


8. Aktiv werden: Die A3-Plakat-Offensive!

Unsere Petition auf stop-cattenom.de steuert stramm auf die 8.500 Unterschriften zu. Um den Druck bis zum Abschalttermin im Januar aufrechtzuerhalten, müssen wir jetzt im Stadtbild unübersehbar werden. Wir haben druckfrische Plakate in A3 einsatzbereit und brauchen Eure aktive Hilfe:

  • Abholen: Holt Euch die Plakate im Friedens- & Umweltzentrum (FUZ) Trier ab (meist ist dort zwischen 10:00 und 15:00 Uhr jemand in einem der Büros anzutreffen).
  • Aufhängen: Hängt sie gut sichtbar in Eure eigenen Fenster!
  • Verteilen: Helft beim Aufhängen in der Region: Fragt in Eurer Lieblingsbäckerei, Eurer Apotheke, in Gaststätten und Läden im Viertel nach, ob sie das Plakat aufhängen.

Jedes aufgehängte Plakat bringt uns neue Stimmen gegen den Pannenmeiler!


Trotz all der schlechten Nachrichten aus Frankreich und der Welt zeigt die aktuelle Dynamik unserer Petition und Kampagne: Unser Druck wirkt. Die Politik kann das Thema nicht mehr totschweigen, und die Medien berichten aufmerksam. Mit Eurer Unterstützung bleiben wir hartnäckig am Ball!

Vielen Dank fürs Lesen und ggf. Weiterleiten an Freundinnen, Freunde und Bekannte!

Atomkraftfreie Grüße, für das Aktionsbündnis STOPP CATTENOM!

Thomas, Elisabeth, Markus, Brigitte (und das gesamte Team)
www.antiatomnetz-trier.de | www.stop-cattenom.de


Hinweis: Bei uns haben Nazis keinen Platz!

Die Kampagne Stopp Cattenom gegen die Laufzeitverlängerung behält sich bei ihren Veranstaltungen und Aktivitäten vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, verschwörungsideologische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu Veranstaltungen, Demonstrationen und Aktionen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.