Pressemitteilung: Klimakrise erreicht das AKW Cattenom: Mosel-Niedrigwasser erzwingt Reaktorabschaltung – nur noch ein Block am Netz

Trier, 21. August 2026. Der anhaltende Wassermangel der Mosel schränkt den Betrieb des grenznahen Atomkraftwerks Cattenom drastisch ein. Seit der Nacht zum 1. August steht Block 1 der französischen Anlage still. Da zwei weitere Blöcke derzeit wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet sind, läuft aktuell nur noch ein einziger der vier Reaktoren. Die vorsorgliche Abschaltung von Block 1 zeigt das Ausmaß des Engpasses: Selbst für den verbliebenen Teilbetrieb reichte das Wasser der Mosel nicht mehr aus, um die Umweltvorgaben für die Einleitung von Abwärme einzuhalten.

Bereits Ende Juli sperrte der Betreiber EDF den Zugang zum Mirgenbach-Stausee für die Öffentlichkeit, um die dortigen Wasservorräte vorrangig für das Kraftwerk zu sichern. An der Messstelle Palzem wurden zuvor hohe Wassertemperaturen und zeitweise bedenkliche Sauerstoffwerte in der Mosel registriert. Die Abschaltung war keine technische Panne, sondern markiert eine harte ökologische Grenze: Die Mosel ist kein beliebig nutzbares Kühlwasserreservoir, sondern gemeinsame Lebensgrundlage für Menschen in Frankreich, Luxemburg und Deutschland.

„Atomenergie ist angesichts der Hitze und der Klimakrise ein unsinniger Irrweg. Die fehlende Kühlung des Reaktors bei Hitzeperioden und aufgrund von Wassermangel in der Mosel zwingt die Atomindustrie immer öfter zum Abschalten der Pannenreaktoren von Cattenom. Neben der täglichen Unfall- und Angriffsgefahr sowie der ungelösten Endlagerproblemtik ist die fehlende Klimaresistenz der Atomenergie ein weiteres Argument gegen die Hochrisikotechnologie. Cattenom gehört dringend stillgelegt, eine Laufzeitverlängerung ist brandgefährlich und gefährdet die Versorgungssicherheit!“, so Markus Pflüger von der Kampagne „Stop-Cattenom!“.

Trotz dieser Verwundbarkeit bei Hitze und Trockenheit halten die Diskussionen über Laufzeitverlängerungen für die bald 40 Jahre alten Reaktoren an. In Frankreich wird Cattenom sogar als Standort für neue EPR2-Reaktoren ins Gespräch gebracht. Das Antiatomnetz Trier hält dies für eine gefährliche Realitätsverweigerung. Die fortschreitende Klimaerhitzung setzt thermischen Großkraftwerken an Binnenflüssen physikalische Grenzen, wie auch Leistungsdrosselungen und Stillstände an anderen Flussstandorten in diesem Sommer belegen.

Die Initiative fordert die endgültige Stilllegung der Altmeiler. Eine krisenfeste Energieversorgung erfordert den beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarenergie, den gezielten Zubau von Energiespeichern, eine konsequente Steigerung der Energieeffizienz sowie die Modernisierung der Netze.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft das Antiatomnetz Trier zur Unterstützung der Kampagne „STOPP CATTENOM“ auf. Vor dem Herbst soll die Marke von 10.000 Unterschriften erreicht werden, wofür aktuell nur noch wenige Hundert Stimmen fehlen. Die Petition kann online unter stop-cattenom.de gezeichnet werden.