Dieser Sommer zeigt sehr konkret, wie Klimaerhitzung und Atomkraft miteinander in Konflikt geraten. Ende Juni belastete die außergewöhnliche Hitze die Mosel massiv. Bei Palzem wurden sehr hohe Wassertemperaturen und zeitweise bedenklich niedrige Sauerstoffwerte gemessen. Gleichzeitig mussten in Frankreich mehrere Atomreaktoren wegen zu warmer Flüsse ihre Leistung reduzieren oder abgeschaltet werden. Inzwischen hat die Entwicklung auch Cattenom unmittelbar erreicht: Zunächst sperrte EDF den Mirgenbach-Stausee für die Öffentlichkeit. Der Betreiber begründete dies mit dem niedrigen Wasserstand der Mosel: Die Wasservorräte des Stausees würden verstärkt für den Betrieb des Kraftwerks benötigt. Dann folgte der nächste Schritt: In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August wurde Block 1 von Cattenom wegen des niedrigen Moselabflusses vorsorglich abgeschaltet, um die Umweltvorgaben einzuhalten. Das war keine technische Panne. Gerade deshalb ist die Abschaltung so aufschlussreich: Die Verfügbarkeit von Wasser wird selbst zu einer Grenze für den Betrieb des Kraftwerks.
Und jetzt neue Reaktoren? Die vier Reaktoren von Cattenom nähern sich ihrem 40. Betriebsjahr. Trotzdem wird nicht nur über weitere Laufzeitverlängerungen gesprochen. In der Region gibt es Forderungen, Cattenom sogar als Standort für neue EPR2-Reaktoren vorzusehen. Das halten wir angesichts der Entwicklung dieses Sommers für den falschen Weg. Wie sinnvoll ist es, weitere Jahrzehnte auf Atomkraft an einem Standort zu setzen, dessen wichtigste Kühlwasserressource durch Hitze und Trockenheit zunehmend unter Druck gerät? Die Mosel ist kein unbegrenzt verfügbares Kühlwasserreservoir. Sie ist Lebensraum und gemeinsame Lebensgrundlage für Menschen in Frankreich, Luxemburg und Deutschland.
Auch in Luxemburg werden die Zukunft Cattenoms und mögliche Neubaupläne mit großer Sorge verfolgt. Umso wichtiger ist eine gemeinsame grenzüberschreitende Diskussion darüber, welche Energieversorgung unter den Bedingungen der Klimaerhitzung wirklich zukunftsfähig ist. Für uns sind die Ereignisse dieses Sommers ein weiteres starkes Argument gegen Laufzeitverlängerungen und neue Reaktoren in Cattenom. Statt weitere Milliarden in alte und neue Atomkraftwerke zu investieren, brauchen wir den konsequenten Ausbau von Wind- und Solarenergie, Stromnetzen und Speichern sowie eine grenzüberschreitende europäische Energiepolitik. Unser Ziel bleibt: Cattenom stilllegen statt Laufzeiten verlängern – und keine neuen Reaktoren an der Mosel. Helft uns über die 10.000! Wir stehen kurz vor einer wichtigen Marke.
Deshalb unsere Bitte: Teilt die Petition noch einmal. Schickt sie an Freundinnen und Freunde, Familien, Kolleginnen und Kollegen, Vereine und Initiativen. Vielleicht kennt Ihr Menschen, die unsere Forderung unterstützen, aber noch nicht unterschrieben haben. 10.000 Unterschriften sind ein deutliches Signal an die Politik: Die Zukunft unserer Region liegt nicht in weiteren Jahrzehnten Atomkraft: https://stop-cattenom.de
Quellen und weitere Informationen: EDF: Vorübergehende Schließung des Mirgenbach-Stausees, EDF: Informationen und aktuelle Meldungen zum AKW Cattenom, Bundesanstalt für Gewässerkunde: Messstation Palzem, Kreisverwaltung Trier-Saarburg, Französische Rechtsvorschriften zu Cattenom – Légifrance