Video: Hinter den Kulissen von Cattenom: Fiktives Interview über Subunternehmer, Risse und 40 Jahre Laufzeit

Verschuldung, ständige Wartungsstopps und Reaktoren, die längst ihre geplante Betriebsdauer erreicht haben: Das fiktive Interview mit einer Kraftwerksarbeiterin wirft ein Schlaglicht auf den alltäglichen Zustand im AKW Cattenom und die Hintergründe der drohenden Laufzeitverlängerung.

Das Interview greift reale Probleme auf, die den Reaktorstandort seit Jahren begleiten:

  • Prekäre Arbeitsbedingungen: Um Kosten zu senken, setzt der hochverschuldete Betreiberkonzern EDF massiv auf Subunternehmen. Dessen Beschäftigte erledigen die strahlungsintensiven und gefährlichen Wartungsarbeiten oft unter extremem Zeitdruck.
  • Wartungschaos und Laufzeitgrenze: Während Block 4 bei einer eigentlich auf zweieinhalb Monate angesetzten Teilrevision 2026 über ein halbes Jahr stillstand, erreicht der älteste Meiler (Block 1) im gleichen Jahr seine geplante Auslegungsgrenze von 40 Jahren. Anstatt stillgelegt zu werden, soll er ab Januar 2027 für die langwierige vierte Zehnjahresprüfung (VD4) heruntergefahren werden, um die Voraussetzungen für eine hochriskante Laufzeitverlängerung zu schaffen.
  • Verschleppte Sicherheitsmaßnahmen: Erst jetzt – 15 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima – sollen grundlegende Nachrüstungen vorgenommen werden. Zudem offenbart das Konzept der schnellen Eingreiftruppe FARN ein beunruhigendes Szenario: Im Katastrophenfall wird selbst das Stammpersonal evakuiert, während externe Teams per Hubschrauber versuchen müssen, die Nachzerfallswärme notdürftig abzuführen.

Unsere Forderung nach Rechtsstaatlichkeit:

Die Regierungen in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Luxemburg müssen auf europäischer Ebene zwingend eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach der Espoo-Konvention durchsetzen. Ein Weiterbetrieb mit Mängeln und Fristverlängerungen darf nicht akzeptiert werden.

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Teil [1 / 2 / 3] unserer Videoreihe „Brennpunkt Cattenom“ in Kooperation mit OK54. Hier geht es zur Übersicht aller drei Videos →