In Kooperation mit dem Bürgerrundfunk OK54 Trier beleuchtet das Aktionsbündnis STOPP CATTENOM die akuten Gefahren des grenznahen Atomkraftwerks. In drei Kurzfilmen widmen wir uns den ökologischen Folgen für die Mosel, den Mythen der Atomwirtschaft und dem riskanten Weiterbetrieb nach 40 Jahren Laufzeit.
Teil 1: Die Mosel am Limit – Kühlwasser, Hitze und chemische Frachten
Trockene Sommer, steigende Wassertemperaturen und chronisches Niedrigwasser setzen der Mosel spürbar zu. Doch anstatt das empfindliche Ökosystem zu schonen, dient der Fluss weiterhin als gigantischer Kühlwasserlieferant für das Atomkraftwerk Cattenom.
Bei Niedrigwasser wird fast ein Drittel der verbleibenden Moselwassermenge durch die Kühlsysteme geschleust und erhitzt wieder eingeleitet. Gleichzeitig sinkt bei steigender Wassertemperatur die Sauerstoffbindung – während Fische und Wasserorganismen unter Hitzestress mehr Sauerstoff benötigen. Hinzu kommen behördlich genehmigte Einleitungen chemischer Hilfsstoffe und Biozide, um Rohrleitungen bewuchsfrei zu halten. Die Mosel ist Lebensader und Erholungsraum unserer Region, kein industrielles Versuchslabor.
„Die Mosel ist viel mehr als Kühlwasser: Sie ist Lebensraum, Heimat und verbindet Menschen über Grenzen hinweg.“
Teil 2: Atomkraft ist kein Klimaretter – Interview mit Markus Pflüger
Im Gespräch räumt Markus Pflüger mit dem Narrativ der angeblich klimaneutralen Kernkraft auf. Von Umweltzerstörung und Treibhausgasen beim Uranabbau über die energieintensive Anreicherung und Transporte bis hin zum ungelösten Endlagerproblem für Hunderte Generationen: Die Gesamtbilanz ist mit der fossiler Kraftwerke vergleichbar.
Zudem thematisiert das Interview die eklatanten Schwächen des behördlichen Katastrophenschutzes. Trier und weite Teile des Umlands liegen direkt in der Hauptwindrichtung potenzieller radioaktiver Freisetzungen aus Cattenom. Behördliche Ratschläge wie das Aufsuchen von Kellern oder chaotische Jodtablettenausgaben im Ernstfall bieten bei einem Super-GAU keine reale Sicherheit – die einzige wirksame Schutzmaßnahme ist die Stilllegung.
„Man kann sich nicht wirklich gegen einen Super-GAU wappnen. Die Großregion wäre unbewohnbar – Trier liegt mitten in der Hauptwindrichtung.“
Teil 3: Hinter den Kulissen – Subunternehmen, Risse und 40 Jahre Laufzeit
Das fiktive Interview mit einer Kraftwerksarbeiterin wirft ein Schlaglicht auf den Alltag im AKW Cattenom und die Hintergründe der drohenden Laufzeitverlängerung:
- Prekäre Arbeitsbedingungen: Um Kosten zu senken, setzt der hochverschuldete Betreiberkonzern EDF massiv auf Fremdfirmen. Deren Beschäftigte müssen gefährliche und strahlungsintensive Wartungsarbeiten unter hohem Zeitdruck erledigen.
- Wartungschaos und Laufzeitgrenze: Während Block 4 bei einer eigentlich auf zweieinhalb Monate angesetzten Teilrevision über ein halbes Jahr – unter anderem wegen aufwendiger Rissprüfungen – stillstand, erreicht der älteste Meiler (Block 1) 2026 seine geplante Auslegungsgrenze von 40 Jahren. Anstatt stillgelegt zu werden, soll er ab Januar für die langwierige vierte Zehnjahresprüfung (VD4) heruntergefahren werden, um die Voraussetzungen für eine hochriskante Laufzeitverlängerung zu schaffen.
- Verschleppte Nachrüstungen & FARN: Auflagen aus den europäischen Stresstests nach Fukushima sollen erst jetzt, 15 Jahre später, nachgerüstet werden. Das Konzept der schnellen Eingreiftruppe FARN zeigt zudem die Realität der Notfallpläne: Bei schweren Störfällen wird die eigene Werksmannschaft evakuiert, während externe Einheiten versuchen sollen, die Notkühlung per Hubschrauber zu improvisieren.
Wir fordern: Die Regierungen in Mainz, Saarbrücken und Luxemburg müssen auf europäischer Ebene eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nach der Espoo-Konvention erzwingen.
„Frankreich ist gesegnet mit Sonne, Wind und Gezeiten – doch das Geld wird weiter in marode Atomkraftwerke gesteckt.“
Jetzt aktiv werden: Keine Laufzeitverlängerung für Cattenom!
Die Videos zeigen deutlich: Jeder weitere Betriebstag erhöht das Risiko für Natur und Menschen in unserer Region. Unterstützt unseren Protest – online und vor Ort in Trier.