Pressemitteilung: Aufruf zur Demo „CATTENOM ET BURE NON MERCI“ am 27. September in Metz

By | 22/09/2014

Stilllegung der Atomanlagen Cattenom und Bure gefordert:

Aufruf zur Demo „CATTENOM ET BURE NON MERCI“ am 27. September in Metz

Nach andauernden Pannen und Zwischenfällen im AKW Cattenom rufen das Internationale Aktionsbündnis gegen Cattenom (IAC) und Sortons Du Nucléaire Moselle auch in diesem Jahr wieder zur Demo „CATTENOM ET BURE NON MERCI“ auf. Die Internationale Demo beginnt am Samstag, dem 27. September 2014 um 14:00 Uhr in Metz auf dem Place Saint Louis und zieht nach einer Eröffnungskundgebung mit Reden aus Frankreich, Luxemburg und Deutschland durch die Metzer Innenstadt.

„Cattenom soll trotz Störfallserien und Mängelbericht weiter laufen, niemand weiß wohin mit dem strahlenden Erbe. Niemand hat die direkt betroffene Bevölkerung in der Großregion je gefragt. Die Notfallpläne sind ein Witz. Luxemburg wäre bei einem Super-GAU fast komplett betroffen, ebenso wie alle anderen Großstädte der Region.“ kritisiert Elisabeth Quaré vom Antiatomnetz den Betrieb des grenznahen Atomkomplexes.

„Im lothringischen Bure soll eine Scheinlösung für das unlösbare Atommüllproblem geschaffen werden, damit der atomare Wahnsinn für den Profit der Atomindustrie weiter gehen kann. Dabei sind weder Gorleben noch Bure sicher – hier gilt: erst muss die Produktion von weiterem Atommüll beendet werden!“ verdeutlicht Markus Pflüger vom Antiatomnetz Trier die Bedeutung Bures für den Weiterbetrieb Cattenoms. Die Demonstration ist Teil der Kampagne „Bure 365“ mit europaweiten Aktionen gegen die Inbetriebnahme des Endlagers in Bure.

„Jeden Tag zerstört und bedroht Atomkraft unsere Zukunft für den Profit weniger. Es reicht, wir fordern mit der Demo die sofortige Stillegung aller Atomanlagen hier in unserer Region und weltweit!“ so die Trierer AtomkraftgegnerInnen. „Der Druck muss verstärkt werden! Wir rufen alle BürgerInnen der Großregion auf, gemeinsam ein Zeichen für die sofortige Abschaltung Cattenoms zu setzen.“

Das Antiatomnetz Trier bietet Fahrgemeinschaften per Zug und Auto nach Metz, Informationen unter www.antiatomnetz-trier.de

Hintergrund:

Nach seiner Wahl zum französischen Präsidenten hat François Hollande angekündigt, den Anteil der Atomkraft an der Stromproduktion von heute rund 75 % auf 50 % zu senken. Es ist ein Novum, dass die französische Regierung einen Kurswechsel in der Atompolitik einleiten will. Die Möglichkeit einer französischen Energiewende ist eine einmalige Gelegenheit für die Befürworter eines Atomausstiegs, die Abschaltung der Pannenreaktoren in Cattenom voranzutreiben; denn um den Anteil der Atomkraft auf 50 % zu senken, müssen in Frankreich bis zu 18 Meiler vom Netz gehen, und der Pannenreaktor Cattenom müsste nach Sicherheitsabwägungen dazugehören. In diesem Herbst werden die Abschaltungen in Paris diskutiert.

Laut „Stresstest“ zählt das Atomkraftwerk Cattenom zu den Gefährlichsten der Welt. Es ist weder gegen Erdbeben noch gegen Überschwemmungen ausreichend gesichert, und die für Notfälle vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen sind mangelhaft.

Nach den häufigen Bränden und beispielsweise den rund 60.000 ausgelaufenen Litern Salzsäure verstärkt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern der Großregion der Eindruck, dass die Sicherheit von Leib und Leben immer weniger gewährleistet ist. Immer mehr Menschen wissen, dass Atom-Technik nicht beherrschbar ist und vor allem dem Profit der Atomindustrie dient. Hinzu kommt die Angst vor einem verheerenden Störfall mit enormen Auswirkungen für Mensch und Umwelt durch die radioaktive Verstrahlung weiter Gebiete. Schätzungen zufolge wären bei einem GAU über eine Million Menschen in der Großregion gefährdet bzw. müssten ihre Heimat verlassen.

Experten und Politiker in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Luxemburg fordern daher die sofortige Abschaltung. Auch viele Politiker im nördlichen Teil Frankreichs haben mittlerweile größte Bedenken. Doch wenn es nach den Betreibern geht, soll die Laufzeit noch bis 2051 verlängert werden – ein regelrechter Schlag ins Gesicht für die Bürgerinnen und Bürger der Großregion.

Email: kontakt@antiatomnetz-trier.de – Website: antiatomnetz-trier.de